Erinnerungswürdiges Ende einer Sommerpause
Montag, den 05. September 2005 um 17:28 Uhr

Wer die Preise für diverse Kraftstoffarten an den Tankstellen sieht, dem wird mit Sicherheit schwindelig. Schwindelig wurde es dem einen oder anderem Karateka, der am Wochenende am ersten Lehrgang nach der Sommerpause teilnahm. Knapp vier Wochen nach dem Sommergasshuku in Simbach fand in Schwäbisch Gmünd der zweite Braun-/Schwarzgurtlehrgang in diesem Jahr statt.
Mit knapp 30 Teilnehmern war der Lehrgang im Vergleich zum Jahresanfang in Leipzig zwar spärlich besetzt, dafür kann jeder Teilnehmer auf einen individuellen Lehrgang zurückblicken und wird sich noch in ein paar Jahren daran erinnern können.
Nagai Shihan zeigte sich nach seiner Sommerpause erholt, aber gleichzeitig erfreut am Wochenende wieder seine Schüler um sich zu haben.

 

Die erste Kihon-Kombination begann zunächst harmlos. Allerdings reichten ein Schritt, zwei Gyaku-Zuki und ein weiterer Kizami-Zuki aus, um die ersten Schweißperlen zu produzieren. Dieser ersten Zuki-Kombination folgten noch viele weitere. „Schneller, noch mehr! Mehr Kime und Stop! Tiefer! Länger!“ repräsentieren nur teilweise das Vokabular, dass der Bundestrainer benutze, um seine Schüler zu motivieren.
Bei den Partnerübungen wurde extrem viel Wert auf Schnelligkeit gelegt. Fünfmal so schnell wie Möglich angreifen- der Partner so schnell wie möglich abwehren, kontern und dann das ganze schnellstmöglich zurück. Leider spielte der rutschige Boden nicht immer mit, so dass diese Übung teilweise einer Rutschpartie glich. Trotzdem hatte Nagai Shihan seinen Spaß an dieser Trainingsform und wählte immer wieder zwei Karate aus, die vor den Augen der Anderen ihr Können zeigen durften.
Nach der wohlverdienten Pause prüfte der Sensei die angereisten Karateka beim Training an der Wand. Höhepunkt war das Gyku-Zuki-Training. Jeder musste bis 10 zählen und alle mitmachen. Das Angebot, dass jeder aufhören könnte wenn er nicht mehr kann, wurde tapfer ignoriert. Die Zähne wurden zusammen gebissen und bis zum letzten Gyku-Zuki alles gegeben.

Wer dachte, dass man sich beim folgenden Katatraining ein wenig entspannen konnte, lag einfach falsch. Bei den Braungurten wurde von Gerolf Thamm (3. Dan) Kanku-Dai und Jion trainiert. Jede Kleinigkeit wurde korrigiert, erklärt und anschließend mehrfach ausgeführt, bis auch beim Letzten alles stimmig war.
Wenn es dann doch nicht ganz passte, nahm sich Nagai Shihan die Zeit und unterrichtete die Betroffenen persönlich.
Gleichzeitig übernahm Eugen Landgraf (6. Dan) das Training der Schwarzgurte. Hier stand Kanku-Sho und Bassi-Sho auf dem Programm. Wie bei Gerolf Thamm stand hier nicht der Ablauf im Vordergrund, sondern die Ausführung der Techniken im Zusammenspiel mit dem Timing. Viel Wert legte Eugen Landgraf vor allem auf die gleichzeitigen Bewegungen von Armen und Beinen, die oftmals asynchron ausgeführt wurden.
Bevor es unter die wohlverdiente Dusche ging, wurden die letzten Energien des Tages beim abschließenden Jiyu-Kumite verbraucht.

Der Abend wurde im „Lamm“ verbracht. Einem Restaurant am Rande des Stadtzentrums. Bei großen Portionen und guten Getränken wurden bis Mitternacht Neuigkeiten ausgetauscht, und einige Geschichten vom Urlaub erzählt.
Das Training am Sonntagmorgen erstreckte sich über 90 Minuten und schloss nahtlos an das Training des Vortages an. Kihon-Kombinationen, die so schnell wie möglich ausgeführt werden sollten, wurden von verschiedensten Partnerübungen gefolgt, die das gleiche Ziel hatten. Um ein wenig mehr Pepp und Spannung in das Training zu bringen, dachte sich Nagai Shihan zwei Happo-Kumite-Abläufe aus, die ebenfalls auf Schnelligkeit angelegt waren.
Das Ende bilde das Katatraining, das selbst den letzten Karateenthusiasten aus der Reserve lockte.

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© 2017 Michael Surkau