Schweißtreibendes Kadertraining in Aalen
Sonntag, den 26. Juni 2005 um 17:26 Uhr

GruppenbildStrahlendes Wetter, strahlende Gesichter, eine Halle, drei Personen, die es verstanden 25 Karateka bis aufs Äußerste zu motivieren und alles abzuverlangen.
Im Hinblick auf die WM 2006 in Japan wurde bereits im letzten halben Jahr immer wieder nach Karateka gesucht, die das Potential für einen Start auf der Weltmeisterschaft 2006 in Tokio haben könnten. Am Wochenende war es soweit. Das erste von vielen Trainingswochenenden fand mit 25 eingeladenen Karateka, dem Bundestrainer Akio Nagai, Eugen Landgraf Sensei und Antonio Ceferino Sensei statt.

Nach einem kurzen Vorwort von Nagai Shihan, indem er betonte, dass nicht nur Technik entscheidet, sondern der Kampfgeist machte sich Marco ans kurze Aufwärmtraining, bei dem er uns auf die kommenden Stunden gut vorbereitete.

Nagai Shihan ließ sich die erste Einheit nicht nehmen und brachte die 9 Damen und 16 Herren arg ins Schwitzen. Eine Partnerübung folgte der anderen auf dem Fuße. Zwei Leute, drei Leute, links, rechts, mehr Kime, mehr Schnell. Während Nagai Shihan die Kommandos gab und die Anwesenden in seiner unvergleichlichen Art zu mehr Leistung antrieb, schauten Eugen Sensei und Toni Sensei ebenfalls auf jede Kleinigkeit und setzten jeden unter einen gezielten, motivierenden Druck, der das letzte Quäntchen Kraft hervorzauberte.
Einer kurzen Pause folgte eine Einheit unter Eugen Sensei, der seine langjährige internationale Erfahrung und sein ganzes Können in das Training einfließen ließ. Die taktischen Unterschiede zwischen offener Haltung und geschlossener Position wurden mit verschiedenen Techniken trainiert. Anschließend das flüssige Angreifen mit Kizami Zuki und Gyku-Zuki an zwei Partnern, die den Dritten im Bunde spätestens bei den letzten zehn Durchgängen zum Ziel schrieen.
Kihon Die dritte Einheit übernahm Toni Sensei. Der Dojoleiter von Tesshu Oberkochen, der lange Jahre Seite an Seite von Eugen Sensei kämpfte, zeigte der neuen Kadergeneration verschiedene Möglichkeiten einen Wazzari vorzubereiten und anschließend durch Gyku-Zuki zum Punkt zu kommen. Ebenso wurde die Beweglichkeit mit verschiedenen Drehungen, Kontern und Gegenangriffen trainiert, bevor es zum Tauchen ging. Es ging natürlich nicht unter Wasser, sondern unter dem Obi hindurch, zum Bauch des Partners. Dabei machte er den 25 Kadermitgliedern Begriffe wie Maai und Zahnshin deutlich. Nur durch die Technik war die korrekte Ausführung der Übung nicht möglich. Neben der Distanz musste die Konzentration stimmen, um die Übung erfolgreich abzuschließen und den Partner nicht zu verletzen.
Zum Abschluss wurden noch verschiedene Freikämpfe durchgeführt, bei denen sich Nagai Shihan einen Eindruck vom Kampfgeist und Potential seiner Schützlinge machen konnte. Dabei erinnerte Toni Sensei daran, dass ein Kampf zwar über eine gewisse Zeit geht, aber die Taktik aus einer schnellen Beendigung des Kampfes bestehen sollte.

Abends30 Minuten sollten nach dem Training genügen. Zeit genug um sich zu duschen, umzuziehen und die zahlreichen Blasen zu versorgen. Endlich hatten es auch die letzten drei Karatekas nach Aalen geschafft. Nach 10 Stunden Stau und Autofahrt kamen Patrick, Nicole und Alex pünktlich zum Abgrüßen und so konnte das gesamte Team geschlossen zum Abendprogramm übergehen.
In einer gemütlichen Atmosphäre, bei guten Essen und wunderbaren Sommerwetter genoss man den Abend und lauschte oder erzählte man die eine oder andere Geschichte.

KatatrainingAm nächsten Morgen startete man um Punkt 09:00 Uhr zum Joggen. Ziel war der Aalbäumlesturm, ein Aussichtsturm in der Nähe der Thermen. Sanft ging es den Berg hoch. Anschließend die 15%ige Steigung wieder hinunter. Kurze Zeit später war man wieder in der kleinen Gymnastikhalle, umgezogen, aufgestellt, Begrüßung, Aufwärmtraining.
Nagai Shihan fing dort an, wo er am Vortag aufgehört hatte. Zwei Steps vor, einen zurück und wieder vor. Arme und Beine wurden im Takt seiner Kommandos möglichst schnell mit viel Kraft und Technik nach vorne geschleudert und fast im gleichen Augenblick wieder zurückgezogen.
Zum runden Abschluss des Wochenendes durfte das Katatraining nicht zu kurz kommen. Die vier Grundmeisterkatas wurden kräftig geübt. Und auch das Training einer Katamannschaft durfte natürlich nicht fehlen, bevor es noch mal kurz zum Freikampf überging.

Zufrieden zeigte sich Nagai Shihan mit den Leistungen. Glücklich waren die Teilnehmer dieses Training überstanden zu haben. Genial die Art von Eugen Sensei und Toni Sensei, die es mit einfachen Mitteln schafften den gewissen Kick auszulösen. Die Beiden ergänzten sich prima und vermittelten den Karateka nicht nur die Technik.Sie sorgten auch dafür, dass Begriffe wie Disziplin und Kampfgeist den Einzug ins Training fanden und dadurch die Leistung zur Zufriedenheit des Bundestrainers gesteigert wurde.

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© 2017 Michael Surkau