Hervorragendes Abschneiden des deutschen Teams in Portugal
Montag, den 28. April 2003 um 16:45 Uhr

Der wohl bedeutendste Wettbewerb in diesem Jahr auf europäischen Boden war das am 26. April in Porto (Portugal) ausgetragene European Tournament 2003.
Neben Ausrichter Portugal nahmen weiterhin die Teams aus Belgien, Griechenland, Irland, Niederlande, Portugal, Slowenien, Spanien, Schweiz und Österreich teil.

Die Mitglieder des 13-köpfigen deutschen Nationalteams waren neben Bundestrainer Akio Nagai Shihan:

  • Eugen Landgraf (Aalen)
  • Anja Betzler (Aalen)
  • Karin Bonsack (Berlin)
  • Sandra Huelmann (Wetzgau)
  • Tina Mühlich (Dresden)
  • Oliver Büttgens (Lübeck)
  • Andreas Hermann (Auerbach)
  • Joshin Kamuro (Düsseldorf)
  • Klaus Rittgen (Offenbach)
  • Gerolf Thamm (Dresden)
  • Marko Wäger (Berlin)
  • Fabian Weber-Heck (Gummersbach)

Der Wettkampf fand im Rahmen eines 3-tägigen Lehrgangs mit Hirokazu Kanazawa Shihan statt. Weitere angereiste Instruktoren waren Rikuta Koga Shihan (8.Dan / Bundestrainer Schweiz), Norio Kawasoe Shihan (8.Dan / Bundestrainer Österreich) und Nobuaki Kanazawa Sensei (6.Dan / Kumite-Weltmeister 2000).

Es standen sowohl Veteranen- als auch Senioren-Wettkämpfe auf dem Programm. Bei Kata wurde die Senioren-Kategorie (ab 18 Jahre) interessanterweise in zwei Gruppen (18-34 Jahre / 35?39 Jahre) geteilt. Damit starteten Andreas Hermann (Auerbach) und Klaus Rittgen (Offenbach) diesmal bereits in der Kategorie ´Veteranen B´. Im Kumite gab es diese Unterteilung nicht. Der Austragungsmodus im Kumite Einzel war Ippon Han Shobu (3 Wazaari zum Sieg) und im Kumite Team Ippon Shobu (2 Wazaari zum Sieg). Die Kumite-Teams bestanden aus 3 Startern, sodass das deutsche Team, wie auch viele andere Teams, mit 2 Herren-Kumite-Mannschaften an den Start gehen konnte.

In den Einzelwettbewerben der Veteranen konnte zunächst Eugen Landgraf einen sehr guten 2.Platz im Kumite erkämpfen. Bei den Damen erreichte Tina Mühlich als Zweitplatzierte mit Kata Sochin ebenfalls eine hervorragende Platzierung. Dritte Plätze im Kumite durch Sandra Huelmann (?60kg) und Karin Bonsack (+ 60kg) sowie das Damen Kumite Team (Mühlich, Huelmann, Bonsack) rundeten das sehr gute Abschneiden der Damen ab. Im Kata-Herren-Wettbewerb war das deutsche Team mit Marko Wäger (3.Platz) und Oliver Büttgens (2.Platz) gleich zweimal auf dem Podest vertreten. Oliver Büttgens überzeugte wie schon beim diesjährigen Nagai-Cup mit einer bestechenden Kata Unsu. Mit einer ebenfalls sehr schönen Kata Gojoshiho-Dai vervollständigte Marko Wäger den Erfolg.

In den Kumite-Wettbewerben lieferten alle Kämpfer durchweg eine solide Leistung ab. In herausragender Form zeigten sich Joshin Kamuro und Oliver Büttgens, die in der Klasse bis 75kg Gold und Silber erkämpften. Ein äußerst packender und ausgeglichener Finalkampf hielt hierbei auch die einheimischen Zuschauer nicht auf ihren Plätzen und machte zuversichtlich für den Kumite Mannschafts-Wettbewerb.

Hier konnte das Herren-Team Deutschland A (Büttgens, Weber-Heck, Kamuro) abermals überzeugen. In hervorragender Verfassung kämpften sich die Drei bis ins Finale. Finalgegner war das Team aus Irland. Nach zwei packenden Kämpfen und einer nicht ganz unumstrittenen Entscheidung stand letztendlich das irische Team ganz oben auf dem Podest. Die schmälert aber das beste Resultat der deutschen Mannschaft in den letzten Jahren keineswegs. Besonders hervorhebenswert ist die Tatsache, das der aufgrund einer leichten Fußverletzung als dritter Starter im Team gesetzte J.Kamuro im Kumite Team nicht mehr an den Start gehen musste. Alle Entscheidungen waren bereits nach 2 Kämpfern entschieden! Besonders Fabian Weber-Heck konnte sich im Laufe des Tages sichtbar steigern und die anfängliche Nervosität schnell ablegen. Sein Sieg im Kampf gegen den amtierenden Europameister Marco Girardi (Schweiz) verdeutlicht dies.

Einziger Wehmutstropfen des Tages war der wohl etwas unterschätzte Zeitplan, da die Wettbewerbe erst etwa 5 Stunden später als geplant beendet waren.

Die Siegerehrung fand in etwas anderem Rahmen während der Meisterschaftsfeier aller Teilnehmer statt. Diese war durch die Gastgeber als Schiffsfahrt auf dem Douro organisiert und trug ihren Teil zum Gelingen des (sehr gut organisierten) European Tournament 2003 bei
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© 2017 Michael Surkau